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Gendersensible Sprache

Handreichung Gendersensible Sprache in der Bremer Verwaltung

Deckblatt Handreichung Gendersensible Sprache in der Bremer Verwaltung
Deckblatt Handreichung Gendersensible Sprache in der Bremer Verwaltung

Die Bremer Verwaltung macht sich auf den Weg gendersensibel zu kommunizieren. Den Hintergrund hierfür liefert vor allem das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Personenstandsrecht vom Oktober 2017. Seitdem findet man in immer mehr Formularen den Begriff divers.

Aber wie geht gendersensibles Kommunizieren in der Praxis? – Dafür hat das Kompetenzteam Bürger:innenservice und Kommunikation am AFZ die
Handreichung Gendersensible Sprache in der Bremer Verwaltung (pdf, 1.1 MB) herausgebracht. Sie bietet den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und der bremischen Gesellschaften Unterstützung dabei an, alle Menschen, die in Bremen leben, gendersensibel anzusprechen.

Die Handreichung erläutert anhand zahlreicher Beispiele, wie man Texte gendersensibel formuliert, Gruppen genderneutral anschreibt und auch ansprechen kann und dabei auf das vertraute Sehr geehrte Damen und Herren verzichtet, wie Felder in Formularen bezeichnet werden oder wie der Email-Verkehr gestaltet werden kann. Außerdem finden sich darin rechtliche Hintergründe, Tipps, worauf man auch bei Bebilderungen von Websites oder Broschüren achten sollte, Hinweise, wie Veranstaltungen gendersensibel und diversitätsbewusst organisiert werden können und wie Verwaltungssprache leichter verständlich bleibt bzw. wird.

Damit haben wir offenbar einen Nerv getroffen! Seit der zunächst verwaltungsinternen Veröffentlichung der Handreichung Mitte Dezember erreichen uns zahlreiche Emails und Anrufe mit Anregungen, konkreten Nachfragen oder der Bitte, die PDF oder einige gedruckte Exemplare zu bekommen.

Dabei sind wir nicht die Ersten: die Landesrektor:innenkonferenz und die Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an den Hochschulen im Land Bremen haben zum Thema Gendergerechtigkeit und Gendersensibilität schon im Jahr 2014 einen Leitfaden vorgelegt, damals ein Meilenstein! Diesem Leitfaden haben sich die Verwaltungsschule und im Anschluss zahlreiche Prüfungsausschüsse im Jahr 2016 verbindlich für Ausbildung und Prüfung angeschlossen.

Und wir sind auch nicht die Einzigen: Die ZDF-Journalistinnen Petra Gerster und Bettina Schausten sprechen die kleine Lücke zwischen den Geschlechtern, für die der Genderstern steht, in den 19 Uhr-Nachrichtensendungen oder im heute Journal. Und der Privatsender Pro7 wirbt im Januar 2021 mit einer Plakatkampagne an Bushaltestellen und auf Litfaß-Säulen, bei der selbstverständlich das Wort Zuschauer*in zu lesen und zu sehen ist.

Seit schließlich der Senator für Finanzen gemeinsam mit der Landesfrauenbeauftragten die Handreichung mit einer Pressemitteilung über die Verwaltungsöffentlichkeit hinaus bekannt gemacht hat, erfreut sie sich eines noch größeren Interesses – sowohl in Bremer Institutionen, als auch in den Medien, z.B. hier:

Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 14.01.2021
Oder hier:
Artikel der Zeitung Welt vom 14.01.2021