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Eine veränderte Gesellschaft braucht eine neue Verwaltung

Wie müssen wir heute ausbilden, um die Verwaltung für die Zukunft zu rüsten?

Demographischer Wandel, Globalisierung und Diversität, veränderte Ansprüche der Gesellschaft an Transparenz, Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit der Verwaltung verbunden mit den technologischen Umbrüchen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz erfordern eine rasche und umfassende Weiterentwicklung der Öffentlichen Verwaltung.
Im Mittelpunkt jeder Verwaltungsentwicklung stehen die jetzigen und zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind die Träger und Trägerinnen der notwendigen Veränderungsprozesse.
Deshalb kommt der Aus- und Fortbildung für den Öffentlichen Dienst eine herausragende Rolle bei der notwendigen Verwaltungsmodernisierung zu. Wir bilden heute aus für die Verwaltung der Zukunft. Jede Ausbildungsreform treibt die Reform der Organisation an.

Doch ein solcher Prozess ist voraussetzungsvoll: Heute können unmöglich alle Parameter einer zukunftsfähigen Aus- und Fortbildung definiert werden. Vielmehr geht es darum, jetzt Strukturen zu schaffen, die im Sinne einer Lernenden Organisation in der Lage sind, auch zukünftig notwendige Veränderungen zu erkennen und umzusetzen.
In diesem Sinne werden mit dem Projekt ZAF die aktuellen Erfahrungen in der Aus- und Fortbildung reflektiert, Leitlinien für die zukünftige Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung definiert und Organisationsstrukturen geklärt und verbessert. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen:

Welche Ziele und Inhalte sollen Aus- und Fortbildung für die Verwaltung der Zukunft verfolgen?
In welchen analogen und digitalen Lernräumen soll zukünftig mit welcher Didaktik gelehrt und gelernt werden?
Wie kann zukünftig im produktiven Zusammenspiel von Fachreferaten beim Senator für Finanzen, Aus- und Fortbildungszentrum und Verwaltungsschule die Aus- und Fortbildung organisiert werden?

Ausgangslage

Die gesellschaftlichen Veränderungen und die damit verbundenen veränderten Anforderungen an die Verwaltung erfordern die Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung. Diese muss an den strategischen Zielen der Verwaltungsentwicklung orientiert sein. Sie muss für eine zukünftige, in Teilen unbekannte Verwaltungsstruktur ausbilden. Dabei müssen aufgrund der unterschiedlichen rechtlichen und formellen Kontexte Ausbildung und Fortbildung teilweise getrennt voneinander betrachtet werden.
Für die Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung in der Öffentlichen Verwaltung Bremens ergeben sich eine Reihe von neuen Herausforderungen:

Verwaltung muss in der sogenannten VUCA ständig auf unvorhersehbare Veränderungen und instabile, mehrdeutige und komplexe Systeme reagieren können. Es bedarf Strukturen, die permanent – als lernende Organisation – Veränderungsprozesse einleiten und umsetzen können.

Die gesellschaftlichen Veränderungen erfordern eine Veränderung von Verwaltungsleistungen und -verfahren, Arbeitsprozessen, -formen und –bedingungen sowie veränderte Arbeits- und Führungskulturen. Dies bedeutet veränderte Anforderungen an die Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter*innen und Führungskräfte der Öffentlichen Verwaltung.

Auch haben sich die Erwartungen von Bürger*innen an Verwaltung z.B. in Bezug auf Transparenz, Schnelligkeit, Verlässlichkeit, Nutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit, Gendersensibilität, Diversität etc. deutlich verändert. Partizipation und Kommunikation bekommen in Zukunft einen noch deutlich höheren Stellenwert.

Ebenso haben sich die Erwartungen der Mitarbeitenden selbst stetig verändert, sei es bezüglich der Möglichkeit nach mehr horizontaler Kollaboration, Sinnhaftigkeit von Arbeit, guter Führung, persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten, technischer Ausstattung, Vereinbarkeit Privatleben/Beruf, Telearbeit/Homeoffice, Teamwork in den Organisationseinheiten u.ä.

Klassische Berufsstrukturen im Öffentlichen Dienst und die klassische Laufbahngruppenorientierung werden sich insbesondere bei projektorientierten Arbeitsabläufen in Frage stellen und teilweise auflösen. Dies hat Auswirkungen auch auf die Aus- und Fortbildung.

In den Dienststellen wächst zudem, jenseits individueller Fortbildungsbedarfe, aufgrund vermehrter Veränderungsvorhaben der Bedarf an systematischer und individueller Unterstützung, Qualifizierung und Beratung bei Organisations- und Teamentwicklungsprojekten.
Diese veränderte Ausgangslage ist bei der Weiterentwicklung der Ausbildung und Fortbildung zu berücksichtigen und erfordert
die systematische Kooperation von IT-Entwicklung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung bei SF mit den Ausbildungsinstitutionen (Verwaltungsschule, AFZ) und den in den anderen Ressorts für Aus- und Fortbildung verantwortlichen Stellen
sowie die stärkere Zusammenarbeit mit einer modernen, innovativen Verwaltungswissenschaft.
Bereits in den letzten Jahren ist aufgrund der steigenden Bedeutung der Aus- und Fortbildung auf verschiedenen Ebenen die Zusammenarbeit zwischen dem AFZ, der Verwaltungsschule, den verantwortlichen Referaten bei SF und den Dienststellen stetig gewachsen. Auch wurden zahlreiche neue Unterstützungsangebote etabliert, um Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Digitalisierung als Instrumente der Verwaltungsentwicklung zu stärken. Neben Anwenderkompetenzen rückten dabei zunehmend strategische und soziale Kompetenzen sowie Kontext-, Führungs- und Managementkompetenzen in den Fokus der Aus- und Fortbildung.
Eine weitere Systematisierung und kohärente Abstimmung zwischen den Referaten bei SF 3 und SF 4 sowie AFZ und VS ist angesichts der gewachsenen Anforderungen notwendig, um die erfolgreiche Praxis zu verstärken, neue Elemente hinzuzufügen und obsolete Aufgaben abzulösen. Vor dem Hintergrund des möglichen Aufbaus eines Innovationscampus für die Öffentliche Verwaltung an einem neuen Standort besteht zu dem die Chance, die bestehenden Kooperationen auszubauen und hinsichtlich der Aus- und Fortbildung weiter zu entwickeln.

Auf den nachfolgenden Seiten erfahren Sie mehr über die Projektinhalte unsere Projektorganisation und Didaktik.